Artikel 3 der Serie “Rufbereitschaft”: Wenn das Leben ruft

„Zwei Frauen – Anna-Lena Bendler und Coachin Susanne Buckler – stehen für ein Gespräch über berufliche Träume, Klarheit und Berufung ohne Hustle. Links Anna in blauem Shirt, rechts Susanne im Blumenprint, dazwischen eine Headline zum Thema.“

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Inhaltsverzeichnis

Rufbereitschaft & berufliche Träume: Ein Gespräch mit Susanne Buckler über Klarheit, Mut und den eigenen Weg

Nach den ersten beiden Artikeln meiner Rufbereitschaft-Reihe

➡️ Was der Ruf des Lebens überhaupt ist und
➡️ Welche Methoden der Selbstreflexion den Ruf hörbar machen

… tauchen wir heute in eine Facette ein, die im beruflichen Kontext oft zu kurz kommt: die Frage nach beruflicher Erfüllung – ohne Hustle, ohne Druck und ohne den Anspruch, sofort die richtige Richtung finden zu müssen.

Genau dafür habe ich Susanne Buckler eingeladen. Sie begleitet Menschen dabei, berufliche Träume zu entdecken, zu ordnen und mutig umzusetzen. Als Coachin und Gestalterin beruflicher Visionen unterstützt sie Kreative und Sinnsuchende dabei, Arbeit zu finden, die wirklich zu ihnen passt und ihr eigenes, stimmiges Business aufzubauen.

In unserem Gespräch teilt Susanne Impulse und Perspektiven dazu, wie berufliche Klarheit entsteht, warum Mut ein leiser Prozess ist und weshalb manche Träume dort beginnen, wo wir sie am wenigsten vermuten.

Anna: Also, liebe Susanne, schön, dass du heute hier bist! Ich freue mich, dass wir die Gelegenheit haben, über deine Expertise, Kniffe und Erfahrungen zu sprechen.

Wie finde ich sie denn nun, meine berufliche Berufung?

Susanne: (lacht) Das kommt natürlich darauf an, wo jemand gerade im Leben steht und in der Beziehung zu sich selbst, aber aus meiner Sicht ist der erste Schritt immer der Blick nach innen, zu sich selbst. Wo stehe ich jetzt eigentlich in meinem Leben, und wie bin ich hierhergekommen? Eine Bestandsaufnahme ist immer ein guter Anfang für einen Veränderungsprozess und dabei lohnt es sich, sowohl das Berufs- als auch das Privatleben in den Blick zu nehmen.

Was ist gerade gut und was kann gerne so bleiben oder so ähnlich wie jetzt weiterlaufen in meinem Leben? In welchen Lebensbereichen bin ich unzufrieden und möchte etwas verändern? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen den einzelnen Bereichen?

So eine Übersicht zu erstellen dauert gar nicht lange und kann ganz viel Klarheit schaffen und manchmal auch aufzeigen, dass der dringendste Veränderungsbedarf aktuell gar nicht im beruflichen Feld liegt – auch das kann enorm helfen. Es gibt ein Coaching-Tool, das „Lebensrad“ (als Download am Ende des Artikels), das ich dafür gerne benutze.

Dann finde ich es auch wichtig, den Druck aus dem Kessel des Veränderungswunsches zu nehmen und dabei kann es helfen, so aufgeladene Begriffe wie „Berufung“ vielleicht für eine Weile mal aus den Gedanken und dem Wortschatz zu streichen. In meiner Arbeit begegnen mir sehr viele kreative Menschen, die unterschiedliche und immer wieder neue Interessen und Ideen haben: Scanner, Multipassionates, Renaissance Souls, Vielinteressierte – es gibt verschiedene Begriffe für Menschen, deren Interessen breit gestreut sind und die immer wieder für eine eher kurze Zeit intensiv in ein Thema eintauchen und die ein breites Wissensspektrum in vielen verschiedenen Bereichen haben statt einer tiefen, jahrelangen Expertise in einem einzigen Thema.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie man als “Scannerpersönlichkeit” oder Multipassionate seine Karriere gestalten kann, empfehle ich dir diesen Blog-Artikel: Karrieregestaltung für Scannerpersönlichkeiten. Hier findest du praktische Tipps und tiefere Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, die sich aus vielen Interessen ergeben.

Das bringt uns zu einem wichtigen Punkt: Begriffe wie „Berufung“ deuten aber an, dass es diese EINE SACHE gibt, die jeder Mensch entdecken kann, in der er oder sie dann das berufliche Glück findet. Bei dieser einen Sache denken wir dann automatisch an Berufsbezeichnungen oder Jobtitel die schon seit ihrer Kindheit oder Jugend eine Idee davon haben, was sie werden wollen, diese Idee verfolgen und damit glücklich sind, vielleicht mit ein paar Jobwechseln hier und da, bis die Rahmenbedingungen stimmen, aber sie haben keine grundsätzlichen Zweifel daran, ob das, was sie beruflich tun, wirklich das Richtige für sie ist. Wer aber viele Interessen hat, gerne Themen miteinander verknüpft und vielleicht auch schon ganz verschiedene berufliche Wege eingeschlagen hat, zu dem passt dieser Wunsch, die EINE SACHE in einer Berufsbezeichnung oder einem Jobtitel zu finden, möglicherweise gar nicht so gut…

Stattdessen lohnt es sich dann meiner Erfahrung nach eher darüber nachzudenken, welche Wirkung das eigene (berufliche) Tun in der Welt haben soll. Was soll sich verändern dadurch, dass ich jeden Tag aufstehe und mich an die Arbeit mache? Wen betrifft meine Arbeit? Wer spürt die Wirkung meines Tuns und in welcher Weise? Kann ich diese Fragen im Moment für mich beantworten und bin ich zufrieden mit den Antworten? Falls nein, was müsste sich ändern?

Durch diese Fragen wenden wir den Blick nach außen, von uns weg, und nehmen eine neue Perspektive auf die Frage nach der Berufung ein. Wir stellen nicht uns selbst ins Zentrum der Betrachtung, sondern die Wirkung unseres Tuns auf die Welt um uns herum.

Das Interessante daran ist, dass es ganz unterschiedliche Wege gibt, einen positiven Beitrag zu einem bestimmten Thema zu leisten. Mal ein einfaches Beispiel: neue Produkte und Anwendungen für diesen Bereich gestalten.

Es ist also möglich, Veränderungen in das Berufsleben zu bringen, verschiedene Interessen oder Talente zu erkunden und dennoch einem Thema treu zu bleiben, das uns am Herzen liegt. Um bei dem Beispiel von eben zu bleiben: Vielleicht überlegt eine Ärztin, ihren Fokus mehr auf die gesundheitliche Aufklärung zu legen und schreibt zukünftig Fachbeiträge für Zeitungen und Magazine – das kann zu Beginn eine teilweise Veränderung sein und sich zu einer größeren entwickeln, je nachdem – dennoch leistet sie nach wie vor einen positiven Beitrag zur körperlichen Gesundheit von Menschen.

Wenn wir uns im Klaren darüber sind, welche Wirkung unsere Arbeit (und das muss nicht unbedingt die klassische Erwerbsarbeit sein) in der Welt um uns herum hat und wir einen positiven Beitrag zu einem Thema leisten, mit dem wir uns verbunden fühlen, dann stellt sich ein Gefühl von Zufriedenheit ein. Gleichzeitig spüren wir die Freiheit, uns verändern und weiterentwickeln zu können, weil wir nicht an einer Berufsbezeichnung oder einem Jobtitel hängen.

Eine Frau mit langen, hellbraunen Haaren sitzt lächelnd an einem Tisch und stützt den Kopf auf ihre Hand – ein freundlicher, offener Blick, der Ruhe und Kompetenz ausstrahlt.
„Vielleicht sollte ich zufrieden sein…?“ – Susanne von Happy Go Lucky coaching lädt dazu ein, genau bei solchen Fragen hinzuschauen, nicht weg. Und darin neue Möglichkeiten zu entdecken.

Anna: Wenn man nun erste Schritte unternommen hat, um seine berufliche Berufung zu entdecken, stellt sich oft die Frage, wie man weiter vorgeht. Welche Methoden zur Reflexion empfiehlst du, um mehr Klarheit über die berufliche Zukunft zu gewinnen? Kannst du einige konkrete Beispiele oder Übungen nennen, die besonders hilfreich sind?

Susanne: Es gibt natürlich viele kleine Übungen und Methoden, die wir z. B. im Coaching anwenden, aber wenn ich eine Sache herausstellen sollte, dann ist es die Beschäftigung mit den eigenen Vorbildern oder „Role Models“. Sich mal bewusst zu überlegen, welche Menschen man gerade bewundert, vielleicht etwas beneidet, schon länger beobachtet (z.B. in sozialen Medien folgt), kann richtig hilfreich sein, um den eigenen Veränderungswünschen auf die Spur zu kommen.

Der Schlüssel ist dabei, die Erkenntnisse auszuschreiben und aus dem Kopf heraus aufs Papier zu bringen: Was bewundere ich an diesem Menschen? Auf welche Aspekte seines oder ihres Lebens bin ich ein bisschen neidisch? Was an seinem oder ihrem Leben hätte ich auch gerne mehr? Die Antworten auf diese Fragen für 5-10 Personen, die wir als Vorbilder oder inspirierende Menschen wahrnehmen, aufzuschreiben und dann miteinander zu vergleichen und Muster zu erkennen, ist oft richtig hilfreich als Orientierung für die aktuelle Lebensphase.

Anna: Oh, das klingt sehr spannend und hilfreich! Sobald man erste Klarheit gewonnen hat, stellt sich natürlich die nächste große Frage: Wie setzt man das nun wirklich in die Tat um? Welche praktischen Schritte braucht es, damit aus einer Vision ein realer Weg wird?

Susanne: Indem wir daraus kleine Veränderungen machen! Ich würde sagen, dass sich jede Idee für eine große Veränderung auch im Kleinen testen und ausprobieren lässt, und das ist auch richtig sinnvoll, um ins Tun zu kommen. Ängste und Unsicherheit blühen am schönsten, wenn wir viel im Kopf unterwegs sind und wenig aktiv am Machen sind.

Eine Idee für eine Selbstständigkeit lässt sich nebenberuflich testen; ein Schnuppertag oder ein Praktikum ist vielleicht im Urlaub möglich. Eine ehrenamtliche Tätigkeit bietet die Möglichkeit, ein neues Berufsfeld mal unverbindlich zu testen. Es gibt so viele Möglichkeiten, den kleinen Zeh ins kalte Wasser zu halten, Ideen zu testen und daraus Erkenntnisse für die weiteren Schritte abzuleiten. Wichtig ist es, sich überhaupt auf die Reise zu machen und erste Schritte zu gehen, egal wie groß oder klein diese zuerst scheinen mögen…

Ich möchte euch ermutigen, mutig zu sein und die ersten Schritte in Richtung eurer beruflichen Träume zu gehen. Jeder kleine Schritt zählt, und am Ende ist es die Reise, die uns wachsen lässt. Seid geduldig mit euch selbst und vertraut darauf, dass ihr euren Weg finden werdet.

Anna: Danke, liebe Susanne, für deine Klarheit, deine Weisheit und deine mutmachenden Worte! Ich hoffe, du konntest für dich etwas mitnehmen und vielleicht einen Gedanken, der hängen geblieben ist, oder einen Impuls, der dich weiterträgt.

Wenn du deine aktuelle Situation einmal strukturiert betrachten möchtest, lade ich dich ein, das Lebensrad-PDF am Ende des Artikels herunterzuladen. Es ist ein wunderbarer Einstieg in die eigene berufliche (und persönliche) Standortbestimmung.

Wenn du spürst, dass etwas in dir in Bewegung kommen möchte und du dafür einen Gegenüberraum suchst, findest du hier den Weg zu mir: 👉 Kontakt aufnehmen.

Herzliche Grüße

Unterschrift Anna

 

 

Download: Lebensrad-Vorlage (PDF) 👉Hier kannst du das Lebensrad, das Susanne erwähnt, direkt herunterladen.

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